Living History gilt in Nordamerika sowie in einigen Ländern Europas schon seit Jahrzehnten als beliebte Form der Vermittlung und Aneignung von Geschichte. Verhältnismässig neu sind diese Wege der Geschichtsvermittlung allenfalls in Deutschland, wo das Phänomen der personalen Geschichtsvermittlung mit unterschiedlichen Begriffen in Verbindung gebracht wird.

Das Freilichtmuseum Felsberg ist die Bühne für das einmalige Drehbuch der Geschichte der Menschen die am Felsberg lebten, arbeiteten und starben. Wir wollen diese Bühne gestalten, den ""Living History" hat die Kapazität, Besucher anzuregen, sich in einer Form an einer fundamentalen Epoche ihrer eigenen Geschichte zu beteiligen, wie es andere Methoden nicht können.
Klassische Ausstellungen können sich naturgemäss nicht an allen denkbaren Besuchergruppen orientieren, den durchschnittlichen Museumsbesucher gibt es nicht. Dabei sind das Leben und die Erfahrungen anderer Personen interessanter, wenn man sich mit ihnen identifizieren kann. "Reenactment" interpretiert die alltäglichen Tätigkeiten des einfachen Mannes (wenn auch in einer speziellen Situation) und gibt Antworten auf Fragen: "Wie haben sich die Menschen in der Vergangenheit gewaschen und rasiert, wie haben sie geschlafen, gekocht und gegessen?".
Reenactment-Darsteller sind flexibel; sie können Fragen aller Art beantworten, Vergleiche zwischen Heute und Gestern können diskutiert werden; keine noch so aufwändige Multimedia-Präsentation kann Fragen beantworten, an die der Produzent nicht gedacht hat. Dagegen kann Reenactment in einem Augenblick komplexe Informationen vermitteln, für deren Beschreibung auf konventionelle Art man viele Seiten Papier beschreiben müsste. Auf Kinder und Jugendliche kann anders eingegangen werden, als auf Erwachsene oder Senioren.
Das Jahr 1777 kann als Anfangspunkt der naturwissenschaftlichen Betrachtung der Funde am Felsberg gewertet werden. Nach eingehender Analyse des Materials wird die Aktivität der Römer auf das 2. bis 4. Jahrhundert n.Chr. eingegrenzt. Der Aufwand an Ressourcen muss für die damalige Zeit enorm gewesen sein. Umso bedauerlicher ist es, dass von all diesen Unterkünften, Werkhütten und Feldschmieden nichts die Zeit überdauert hat und geborgen werden konnte.
Bei einer ersten Bestandsaufnahme zwischen 2006 und 2008 wurde festgestellt, dass von den ca. 300 hinterlassenen römischen Werkstücken ca. 50 nicht mehr aufgefunden werden konnten. Insgesamt sind ca. 150-200 Werkstücke unmittelbar von Zerstörung oder Verlust bedroht. Ziel der Vereinsaktivitäten ist die Dokumentation des aktuellen Status und die anschliessende Erstellung eines "Erhaltungs- und Schutzkonzeptes" zur Vorlage bei den zuständigen Behörden.
Aus unterschiedlichsten Fragmenten römischer Militärlager ist ein System erkennbar, dass römische Truppen ihre Lager nach einem bewährten Schema errichteten. Sofern das Gelände es ermöglichte wurde entsprechend einer standardisierten Vorlage ein Lagergrundriss angelegt - zumindest wurden Teilbereiche der Vorgaben berücksichtigt. Dies hatte den Vorteil, dass jeder bei seiner Ankunft auf dem Lagergelände wusste, wo sein Standort war und welcher Einsatz von ihm erwartet wurde.
Für die Rekonstruktion auf dem Felsberg wird ein kurzlebiges Sommerlager angenommen, dass aus einer Ringumwehrung mit geflochtenem Astwerk bestand. Die Legionäre kampierten in mitgeführten Zelten aus Leder. Mit der Rückkehr der ersten Truppen im Frühjahr wurde die Lagerumwehrung wieder instandgesetzt und verbessert. Wie oft und wie lange das Feldlager am Felsberg benutzt wurde ist nicht bekannt.
An jedem zweiten Sonntag im Monat laden wir Sie herzlich ein sich bei einer Felsberg Exkursion direkt vor Ort ein Bild von der kulturhistorischen Bedeutung des Felsberges und unserer Initiative zu machen.
Ab 13:30 Uhr starten wir am Naturparkplatz "An den Römersteinen" in Lautertal-Beedenkirchen zu unserer ca. 2 1/2 stündigen Exkursion bis zum Gipfel des Felsberges hinauf. Eine Anmeldung per E-Mail bis spätestens Donnerstag vor Termin ist erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.