
Um Kulturdenkmale dauerhaft zu erhalten bedarf es einer kontinuierlichen Pflege, da diese sonst verwittern und/oder von der Vegetation überwuchert werden. Im Jahre 1972 erfolgte die Unterschutzstellung durch Ausweisung des Felsberges als Naturschutzgebiet. Damit ist zwar theoretisch der Schutz der Objekte vor Zerstörung verbunden, am Felsberg mangelt es aber nachgewiesenermassen an der entsprechenden Publizität und der damit einhergehenden Akzeptanz von Schutzmaßnahmen.
Aufgrund der Anziehungskraft der grösseren und bekannteren Einzelobjekte wie z. B. Riesensäule, Schiff, Sarg und Altarstein kommt es gerade in diesen Bereichen vermehrt zur Vandalismus und Beschädigung, bis hin zur Vernichtung.
Bei einer ersten Bestandsaufnahme zwischen 2006 und 2008 wurde festgestellt, dass von den ca. 300 hinterlassenen Objekten ca. 50 nicht mehr aufgefunden werden konnten. Insgesamt sind ca. 150-200 Werkstücke unmittelbar von Zerstörung oder Verlust bedroht.
Das Schiff ist mit 12,35 m das Werkstück mit der längsten durchgehenden Werkkante. Die Keilspaltung ist ordentlich ausgeführt, auch wenn die Masse des Gesteins einen erheblichen Teil des Materials mit weggebrochen hat und dadurch der "Schiffsbug" entstanden ist. Dies führte letztlich dazu, dass das Werkstück aufgegeben wurde. Die in weiterer Umgebung zu findenden Spaltreste stammen von einem Werkstück das den Felsberg vollendet verlassen hat.
Erhaltungszustand: ausreichend
Gefährdungspotenzial: Überwucherung, Forstarbeiten
Aus dem Block sollte ein rechteckiger Steinquader gewonnen werden. Eine Unterschneidung bei der Keilspaltung machte es jedoch unbrauchbar indem die Spaltung der Struktur des Gesteins folgte. Die Seitenflächen sind teilweise bearbeitet. Die, um das Werkstück liegenden Spaltteile, zeigen im Uhrzeigersinn den Ablauf der Arbeitsgänge. Keiltaschen sind nur bedingt zu erkennen und weisen darauf hin, dass zum Spalten eine Keilnut entlang der gesamten Werkkante angelegt wurde.
Erhaltungszustand: ausreichend
Gefährdungspotenzial: Vandalismus
Überreste verschiedener Spaltteile die von vollendeten Werkstücken in weitläufigem Gelände liegengeblieben sind. Überwiegend wurde Keilspaltung mittels Keiltaschen angewendet. Vereinzelt könnte auch das Steinsägen zum Einsatz gekommen sein.
Erhaltungszustand: mangelhaft
Gefährdungspotenzial: Überwucherung, Forstarbeiten
"Geschrammter Stein" (Nr. 199): Der längsovale Ursprungsblock sollte wahrscheinlich in mehrere Plattenähnliche Blöcke zerlegt werden. Von beiden Enden her wurde eine Keilnut angelegt. Nachdem die Abspaltung misslungen war wurde das gesamte Werkstück aufgegeben.
Erhaltungszustand: mangelhaft
Gefährdungspotenzial: Einsinken in den Boden
Die "Rutsche" ist ein schönes Beispiel für eine Kopfspaltung. Der grosse Block mit einer Abkeilung und einer bereits vorbereiteten Nut für die Keillöcher.
Erhaltungszustand: mangelhaft
Gefährdungspotenzial: Vandalismus, Einsinken in den Boden
Am Altarstein (Nr. 87) wurden platten- ähnliche Werkstücke abgekeilt. Es wurden zunächst Sägeschnitte in der beabsichtigten Plattenstärke angesetzt in die man die Spaltkeile einsetzen konnte. Der Stein hob dabei schön vom Ende des Sägeschnittes seitwärts ab. Zwei Sägeschnitte wurden angesetzt aber nicht mehr zu Ende geführt. Der auf 1 Uhr liegende Naturblock dürfte das weitere Ansetzen von Sägeschnitten verhindert haben, wodurch die Arbeiten eingestellt wurden. Am Werkstück Nr. 99 ist eine sehr saubere Keilnut angefangen aber unvollständig zurück gelassen worden.
Erhaltungszustand: mangelhaft
Gefährdungspotenzial: Vandalismus, Einsinken in den Boden
In Richtung 3 Uhr setzt sich eine Sektion fort, dessen Rest- und Abfallstücke weitläufig im Gelände verteilt liegen. Das Grösste ist ein ca. 3,5 x 4,5 m langer Block dessen Spaltung fehlschlug.
Erhaltungszustand: mangelhaft; stark gefährdet
Gefährdungspotenzial: Überwucherung, Verfall, Einsinken
An der Pyramide ist sehr gut die Technik der Spaltung im Hebgang (waagerecht) zu erkennen. Von einem eiförmigen Block wurde an der Kopfseite bis in Höhe eines Stiches abgespalten und anschliessend im Hebgang. Weitere Stiche mögen dafür verantwortlich gewesen sein, dass das Werkstück selbst nach mehrmaligen Rettungsversuchen und Änderungen im Plan schliesslich doch aufgegeben wurde.
Erhaltungszustand: gut
Gefährdungspotenzial: Vandalismus
Zu Füssen einer Gruppe massiger Naturblöcke liegt im linken Bereich ein über 6 Meter langer Block, von dem mehrere Kleinteile abgespalten wurden (Nr. 161). Auf der naturbelassenen Oberfläche sind drei Linien paralell eingeschlagen. Die Arbeiten wurden hier scheinbar in einem frühen Stadium abgebrochen - wohl im Zuge der Gesamtauflösung, da der Stein keine markanten Fehler zeigt, die ein Aufgeben der Bearbeitung erklären könnten.
Erhaltungszustand: ausreichend
Gefährdungspotenzial: Vandalismus
Die Sektion um die "Platte" (Nr. 207) befindet sich in kurzer Entfernung westlich oberhalb der Pyramide in Position 11 Uhr zwischen den Werkplätzen D (am "geschrammten Stein" Nr.199) und Werkplatz K (am "kleinen Sarg"). Der Bereich erscheint irgendwie aufgeräumt und es finden sich nur wenige Reststücke. Die Platte ist relativ leicht zu erkennen, obwohl sie zwischenzeitlich fast vollständig von einer Baumwurzel vereinnahmt wird, da sie weitgehend fertig liegen gelassen wurde. Bei den sonstigen Blöcken ist nicht mehr genau zu erkennen, ob es sich um Reststücke handelt oder diese in eine Planung eingehen sollten aber aufgegeben wurden.
Erhaltungszustand: ausreichend
Gefährdungspotenzial: Überwucherung, Verfall, Einsinken
Vom einem sehr grossen Block (Nr. 247) in Position 9 Uhr mehrere Meter entfernt wurde der Ursprungsstein für die Riesensäule (Nr. 259) abgespalten. Der Block hat zahlreiche Stiche und war wohl nach abspalten des ersten Säulenblockes für die weitere Steingewinnung nicht mehr zu gebrauchen. Die Riesensäule selbst ist 9,3 m lang und ca. 27,5 to. schwer. Sie ist fertig bearbeitet. Kaum ein Werkstück des Felsberges wurde eingehender beschrieben und detaillierter untersucht als die Riesensäule. Drei begonnene Sägeschnitte deuten darauf hin, dass versucht wurde die Säule zu zerteilen und wegzuschaffen. Unterhalb des Kiosk befindet sich auf der Rückseite eine Art Abraumhalde auf der zahlreiche Bruchstücke der römischen Epoche mit neuzeitlichen Bruchstücken vermischt zu liegen kamen.
Erhaltungszustand: befriedigend
Gefährdungspotenzial: Vandalismus
Die Riesenkiste liegt westlich des Haupt-Blockstroms und wurde aus den verbleibenden Bruckstücken "herausgeschält". Die Oberflächen sind fast vollständig geschlichtet. Warum das Werkstück nicht abtransportiert wurde ist unbekannt. Das Gewicht der Riesenkiste ist mit ca. 2,75 Tonnen angegeben, was dem Betrachter, des ca. 2,00 x 0,7 x 0,7 m grossen Werkstückes, nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Etwa 60 Meter oberhalb der Riesenkiste findet sich ein ca. 4,5 x 2 Meter grosser Abfallbrocken mit ungewöhnlich glatt verlaufener Spaltoberfläche, den es ebenfalls lohnt einmal anzusehen.
Erhaltungszustand: gut
Gefährdungspotenzial: Überwucherung
Der Ursprungsblock ragt auffallend aus dem Bodenbereich heraus und verfügt bereits über eine sehr ebene Oberflächenstruktur. Aus diesem Naturblock ein kreisförmiges Werkstück zu schaffen kann als sehr sportliches Ziel gewertet werden und deutet darauf hin, dass die römischen Steinmetze immer mutiger bei der Gewinnung der Werkstücke vorgingen. Eine Unterschneidung des Blockes auf ca. 7 Uhr infolge einer natürlichen Klüftung bedeutete jedoch schliesslich die Verwerfung, da die Kreisplatte nun nicht mehr ihren vermutlichen Zweck erfüllen konnte.
Erhaltungszustand: gut
Gefährdungspotenzial: einsinken
Erhaltungszustand: Werkplatz fast vollständig zerstört
Gefährdungspotenzial: