Aus unterschiedlichsten Fragmenten römischer Militärlager ist ein System erkennbar, dass römi­sche Truppen ihre Lager nach einem bewähr­ten Sche­ma errichte­ten. Sofern das Gelände es ermöglichte wurde ent­sprech­end einer stan­dardi­sier­ten Vor­lage ein Lager­grund­riss ange­legt - zumin­dest wurden Teil­bereiche der Vor­gaben berück­sichtigt. Dies hatte den Vor­teil, dass jeder bei seiner An­kunft auf dem Lager­gelände wusste, wo sein Stand­ort war und welcher Ein­satz von ihm erwartet wurde.

Rekonstruktion eines römischen
Feldlagers auf dem Felsberg

Für die Rekon­struk­tion auf dem Fels­berg wird ein kurz­lebiges Sommer­lager an­genommen, dass aus einer Ring­umwehr­ung mit gefloch­tenem Astwerk bestand. Die Legionäre kam­pier­ten in mit­geführ­ten Zelten aus Leder. Mit der Rück­kehr der ersten Truppen im Frühjahr wurde die Lager­umwehr­ung wieder instand­gesetzt und ver­bessert. Wie oft und wie lange das Lager am Fels­berg benutzt wurde ist nicht bekannt.

Die Grund­fläche des Lagers beträgt ca. 200qm und wird von einem 1,0m hohen und 4,70m breiten Erd­wall um­schlossen, so dass ins­gesamt eine Brutto­fläche von ca. 400qm ent­steht. Die Rekon­struk­tion der um­laufen­den Lager­bewehr­ung, die auf dem v.g. Erd­wall her­gestellt wird, er­folgt durch ein 1,3 m hohes und ca. 30cm breites Holz­geflecht. Dazu werden im Ab­stand von 1,50m jeweils zwei ca. 12-15cm starke Holz­pfosten durch den Erd­wall in den Boden ge­trie­ben und durch eine Quer­ver­bind­ung aus Seilen fix­iert. Die Zwischen­räume wer­den durch ein­legen und ver­flechten von dünnem Holz­material (z.B. Weide) ge­füllt.

Der Zu­gang zum Lager er­folgt über ein zwei­flüge­liges Zu­gangs­tor, dass dem an­gre­nzen­den Park­platz (öffent­licher Park­platz "Fels­berg/Ohly­turm") zu­ge­wand ist. Der Grenz­ab­stand des Lagers zum öffent­lichen Verkehrs­raum (Park­platz) beträgt 10m. Ent­lang der Grenze zum Park­platz soll durch eine ge­mischte Hecke (z. B. Weiss­dorn, Holun­der, u.ä.) eine natür­liche Ab­grenz­ung ge­schaffen wer­den, um ein un­kontrollier­tes Betreten des Gelän­des zu ver­hin­dern.

Der Torrahmen wird aus roh behauenen Holzbalken hergestellt. Die Pfosten werden im Boden durch ein Fundament aus Feldsteinen und Schotter gegründet und zusätzlich durch seitliche Zugstreben fixiert. Im Torbereich wird der umlaufende Erdwall vom Eingangsweg durchschnitten. Um das Erdreich abzustützen wird eine Trockenmauer aus Feldsteinen hergestellt.